Mörderisch gute Stimmung in der Bibliothek Lustenau
Heuer fanden die „Krimitage – Mörderischer Bezirk“ erstmals im Bezirk Dornbirn statt – und sorgten gleich bei ihrer Premiere für beste Spannung. Den Auftakt machte am Donnerstag die Stadtbibliothek Dornbirn mit Autorin Edith Kneifl. Am Samstag ging in der Bibliothek Lustenau bereits die zweite Veranstaltung über die Bühne – und die hatte es in sich. Den krönenden Abschluss bildet ein Krimi-Dinner in Hohenems am folgenden Donnerstag.
Bibliotheksleiterin Alexandra Jank begrüßte den in München lebenden Krimiautor Guido Buettgen herzlich und freute sich über das zahlreich erschienene Publikum. Schnell wurde klar: Das wird kein steifer Literaturabend, sondern eine unterhaltsame Reise in die Welt des Verbrechens – mit viel Charme und einer guten Portion Humor.
Autor Guido Buettgen
Guido Buettgen erzählte, dass er vor rund 15 Jahren mit dem Schreiben begonnen hat. Davor war er lange in der Werbebranche tätig – ein Berufsfeld, mit dem er zunehmend haderte. Das Image der Branche sei nicht das beste, wie auch eine Studie bestätigte, in der Werbefachleute im Beliebtheitsranking ziemlich weit hinten landeten – sogar hinter Politikern. Das habe ihn durchaus getroffen, erzählte er offen. Mit einem Augenzwinkern teilte er aber auch so manche amüsante Anekdote aus seinem Werbealltag.
Der Wunsch, etwas Bleibendes und gesellschaftlich Relevantes zu schaffen, führte ihn schließlich zum Schreiben. Drei Jahre arbeitete er an seinem ersten Buch – neben dem Beruf keine kleine Aufgabe. Zunächst blieb die Resonanz der Verlage aus, bis er über Kontakte eine Agentur fand. Dann ging es Schritt für Schritt voran: Sein erster Krimi kam gut an, Lesungseinladungen folgten, inzwischen hat er drei Krimis veröffentlicht. Besonders spannend: Sein dritter Krimi basiert auf seinem allerersten Manuskript, das ganze 15 Jahre unbeachtet in einer Schreibtischlade schlummerte.
Nach dem persönlichen Einstieg wurde es „mörderisch“ spannend: Buettgen las aus seinem Krimi „Champagnergrab“ und zog das Publikum mit ruhiger, angenehmer Stimme sofort in den Bann. Er wählte bewusst intensive Szenen – ein Opfer, das Schreckliches erleidet und selbst keine weiße Weste hat. Das Ende blieb offen – sehr zur Freude aller Krimifans.
Im Anschluss wurde noch signiert, geplaudert und gelacht. Der Büchertisch der Buchhandlung Bücherwurm war gut besucht. Alexandra Jank bedankte sich herzlich beim Autor und lud alle Gäste zu Buffet und Getränken ein. In gemütlicher Atmosphäre klang ein rundum gelungener Abend aus – und die ersten Krimitage im Bezirk Dornbirn machten definitiv Lust auf eine Fortsetzung.
Impressionen