Der Gesang in den Meeren – Doreen Cunningham

Der Gesang in den Meeren
Aus dem Englischen von Karen Witthuhn
Rowohlt 2022, 368 Seiten
Von den Lagunen in Baja California bis zu den Gletschern des Nordpolarmeers legen Grauwalmütter mit ihren Kälbern jährlich Tausende von Meilen in dem sich aufgrund des Klimawandels erwärmenden Meer zurück. Es ist die längste Wanderung eines Säugetiers auf unserem Planeten. Doreen Cunningham, selbst alleinerziehende Mutter, folgt den Walen auf dieser gefährlichen Reise zusammen mit ihrem zweijährigen Sohn Max - in Bussen, Zügen und auf Schiffen - allein und auf sich gestellt.

Den Plan zu diesem Abenteuer hat sie an einem Tiefpunkt ihres Lebens gefasst: Gestrandet in einem Heim für obdachlose Mütter, erinnert sie sich an ihren Aufenthalt bei den Iñupiat im Norden Alaskas; an die unbändige Natur, die ihr schon einmal im Leben half. Nun will sie es mit Max erneut versuchen, ihm zeigen, wie Mensch und Wal verbunden sind, was Freiheit und Liebe bedeuten. Doreen Cunningham ist mit diesem Buch eine einzigartige Mischung aus Memoir, Reisebericht und wissenschaftlicher Dokumentation gelungen.
 
Wie schwer ist es als alleinerziehende Mutter seinen Traum zu leben? In dieser Mischung aus Biografie und Sachbuch bekommt der Leser eine Ahnung davon. Und nicht nur davon, sondern auch von der Fürsorge der Grauwalmütter für ihre Jungen und wie abhängig das Gleichgewicht der Natur vom Fortbestehen der Grauwale ist.  Das Buch ist manchmal poetisch und manchmal etwas langatmig. Auch die eingestreuten Inuit-Wörter machen es nicht immer leicht, im Lesefluss zu bleiben.
Trotzdem möchte ich es als Lesetipp hier aufnehmen. Einfach, weil ich eine Menge über das Leben der Wale, die Zusammenhänge der Natur, die Folgen des Klimawandels, das Leben der Inuit und nicht zuletzt über Doreen erfahren habe.
sk