Die Wahrheit der Dinge – Markus Thiele

Die Wahrheit der Dinge

Roman

Benevento 2021, 240 Seiten

Wo verlaufen die Grenzen von Schuld und Gerechtigkeit?

Frank Petersen ist Strafrichter aus Leidenschaft. Er ist von der Unfehlbarkeit des Rechts und von der Kraft des Gesetzes überzeugt. Seine Urteile sind gerecht und objektiv.

Als er wegen eines umstrittenen Rechtsspruchs heftig in Kritik gerät, droht sein Leben aus den Fugen zu geraten. Seine Familie wendet sich von ihm ab. Seine Frau macht ihm, dem Mann des Gesetzes, den schlimmsten aller möglichen Vorwürfe: Er sei selbstherrlich und lasse sich von Vorurteilen leiten.

Die Geschehnisse reißen ein altes Trauma auf: Corinna Maier, die in seinem Gerichtssaal den rechtsradikalen Mörder ihres Sohnes erschossen hat, bevor Petersen sein Urteil verkünden konnte. Plötzlich sind all die Themen von damals wieder präsent: Vorurteile, Fremdenhass, Selbstjustiz und die Grenzen des Rechtsstaats.
Frank Petersen muss sich selbst mit Fragen konfrontieren, die er sich nie zu stellen getraut hat: Wer, wenn nicht er, trägt die Verantwortung für sein Handeln? Der Autor zeichnet das Psychogramm eines Mannes nach, der von sich glaubt, er wüsste, wo die Wahrheit liegt - und der an diesem Irrglauben zu scheitern droht.

Auf einen Schlag wird der moralische Kompass eines Richters aus dem Lot gebracht und Markus Thiele gelingt es großartig dieses Dilemma zu beleuchten. Selbst Rechtsanwalt, weiß er um die Grauzonen des Justizsystems und zeigt auch seine Grenzen auf.
Wo beginnt Schuld? Was ist Gerechtigkeit? Gibt es diese überhaupt? Ein hochspannender Roman, der auf wahren Kriminalfällen basiert.
aj